Mame a Yaw • Sommerkonzert 2016

 

Sommerkonzert 2016Etwas ungewöhnlich war die „Eröffnung“ des diesjährigen Konzerts durch einen Wortbeitrag des Oberbürgermeisters. Herr Remelé hat mit seiner zu diesem Zeitpunkt unpassenden und sehr zähen Rede versucht, das „Abschmelzen“ der beiden Schulen, das am Vortag aus dem Nichts heraus bekannt wurde, zu erklären. Nach diesen sich ewig hinziehenden Minuten, in denen der Chor und die anderen Mitwirkenden bereits hinter dem Vorhang auf ihren Einsatz warteten, übernahm Herr Kunkel ebenfalls das Wort. Sehr angespannt durch diese schockierende und unfassbare Ankündigung, drückte er sein Bedauern aus , dass diese wundervolle Schule, für die er vor genau 10 Jahren seinen Beamtenstatus aufgegeben hatte, geschlossen werden soll. (Unser Beitrag zum Thema Schulschließung / Schulrettung.)

Damit war dieses unerfreuliche Thema vorerst „abgeschlossen“ und Herr Kunkel erklärte in kurzen Worten den Inhalt des Konzertes. Danach konzentrierte er sich ganz auf seine Aufgabe als Chorleiter und Dirigent, der Vorhang ging zur Seite und man war sofort gebannt vom Chor, dem kleinen Orchester und der Percussion-Crew. Die Farben auf der Bühne waren sehenswert. Alle Sänger hatten Shirts in den Farben von gelb über orange zu rot an und die Farbenpracht war beeindruckend. Abwechselnd wurde aus dem berührenden Werk „Stabat Mater“ gespielt, jeweils mit passenden Vor- oder Nachspielen des P-Seminars „Komponieren“ und mit beeindruckenden und kontrastreichen Klängen der African-Percussion-Crew. Die Instrumente begleiteten zwischendurch immer wieder die beiden Solisten. Durch den Verzicht auf ein Bühnenbild kamen die Choreographien der bunt gekleideten Sänger perfekt zur Geltung. Sie standen in Reihen, Gruppen oder Kreisen, sie streckten die Hände nach oben oder breiteten sie zur Seite aus, ließen die Oberkörper nach vorne fallen, liefen auf der Bühne auf und ab, legten und setzten sich auf diese oder brachten in einem nicht enden wollenden Zug bunte Lichter auf die Bühne.... Man kam aus dem Staunen nicht heraus und die Gänsehaut wollte einfach nicht mehr verschwinden...

Unterstützt durch das schöne Ambiente im ausverkauften Theater war dieser Konzertabend unvergleichlich, abwechslungsreich, beeindruckend und auf jeden Fall unvergesslich. Dies zeigte sich auch im unendlich langen Applaus. Als die letzten Töne verklungen waren, hielt es keinen der Besucher mehr auf seinem Platz. Alle Mitwirkende wurden stürmisch mit Applaus gelobt und niemand wollte aufhören, damit seine Begeisterung für dieses Konzert auszudrücken...

Hoffentlich können wir auch in den nächsten Jahren noch weitere eindrucksvolle, von Herrn Kunkel gestaltete, Konzertabende genießen!

 


Afrika und die Suche nach Mütterlichkeit

Weiße Laken schlagen Wellen, leicht bläuliches Licht versetzt in eine transzendente Welt, dazu sanfter klassischer Geigenklang. Unter den Tüchern erscheinen Kinder. Sie scheinen zu schlafen. Oder leben sie gar nicht? Doch, aber sie benötigen Hilfe, um aufzustehen. Verlassen die Bühne. Große Gruppen kommen. Die leisen, sanften Töne des Orchesters werden jetzt durch afrikanische Trommelschläge ergänzt.

Eine ungewöhnliche, neuartige Kombination an Instrumenten, an Tönen, an unbekannter Musik. Sie berührt, sie geht unter die Haut. Als der Chor mit den Stimmen von 180 Kindern erklingt, rein und klar gesungen, stockt einem der Atem. „Mame a yaw – Mama Afrika in Tränen“, das Projekt von Oliver Kunkel an den Rathenau-Schulen ist etwas Besonderes.

Schon der erste Abschnitt der musikalisch-tänzerischen Collage über Giovanni Pergolesis „Stabat Mater“ mit dem Sound von Afrika und der Welt der Minimal Music zieht einen in seinen Bann, die Intensität des Stücks lässt einen bis zum Ende der 90-minütigen Aufführung nicht los.

Entstanden ist das abendfüllende Programm durch das Projekt-Seminar „Komponieren“ des Walther-Rathenau-Gymnasiums. Unter der Leitung ihres Lehrers Oliver Kunkel komponierten 14 Abiturienten afrikanisch und minimalistisch inspirierte Vor-, Nach- und Begleitstücke zu Pergolesis barockem Werk, das Marias Klage angesichts ihres gekreuzigten Sohnes thematisiert. Chorklassen der Walther-Rathenau-Schulen, der Chor der ehemaligen Chorklässler, die Mädchen des Oberstufenchors und die Solisten Cornelia Samuelis und Denis Lakey sowie das Maintal-Barockorchester und eine African-Percussion-Crew brachten das Schicksal Afrikas angesichts seiner Armut, der Kriege und des Terrors sowie Millionen verzweifelter Flüchtlinge nahe. In „Mame a yaw - Mama Afrika in Tränen“ wurde die Leidensgeschichte Marias und ihres Sohnes Jesu mit der mutmaßlich fehlenden Mütterlichkeit des schwarzen Kontinents in Verbindung gesetzt.

Das Konzert zeichnete sich besonders durch seine Vielseitigkeit aus. Keine Szene glich der anderen. Die Kinder fanden sich in immer neuen Gruppen zusammen, es gab keinen Spannungsabfall. Die Solisten kommunizierten prächtig miteinander. Sie waren Ansprechpartner des Volkes, das Marias Leid teilen möchte. Aber auch Sprecher der afrikanischen Bevölkerung, die das Leid dieser Menschen der Welt zeigen möchte.

Die Verbindung von Moderne und Antike zeigte sich in einem von der Decke hängenden beleuchteten Würfel, auf dem die wichtigsten Sätze des lateinischen Gesangs abgebildet waren und ins Deutsche übersetzt wurden. Am Ende wurden 90 kleine, verschiedenfarbige Würfel aufeinandergestapelt, bildeten eine große Einheit, symbolisch für die Menschen der Erde, die auch eine Gemeinschaft bilden. Äußerlich unterscheiden sie sich vielleicht in der Farbe, die Strukturen und Bedürfnisse sind jedoch dieselben. Was die Schülerinnen und Schüler der Walter-Rathenau Schulen bei diesem Projekt geleistet haben, verdient höchste Anerkennung. Deswegen auch stehend dargebrachte Ovationen. Eine grandiose Leistung.

Auszug aus dem Schweinfurter Tagblatt vom 13.06.2016


 

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